Gunnesch, Stefan: Etwas, das die Erinnerung umrandet. Something that frames the memory. Das Buch, das aus drei Hauptteilen besteht, versucht Grundstück und Grundriss des Elternhauses auf die Seiten des Papiers zu übertragen. Der erste Teil widmet sich dem Vorgarten, der zweite dem Haus und der dritte dem Hof und hinteren Garten. Mauern und Begrenzungen sind als erhabene Rillen im Papier spürbar, markieren Orte, Räume und Wege. Begriffe, die wie eine Inventarliste zusammengetragen sind, zeigen den Versuch des Erinnerns, des Zurückreisens.
Der Haupttext auf diesen weißen Seiten thematisiert das persönliche Erinnern und imaginiert ein erneutes Durchschreiten dieser Räume der Kindheit.
Die Rückseite jedes Buches kontrastiert mit Zitaten, die als Blick von außen das Erinnern auf einer weiteren Ebene reflektieren. Visuelle Übertragungen sowie Einzeichnungen deuten auf besondere Orte und Erlebnisse hin, lassen dem Betrachter aber genügend Freiraum, sich selbst an einen Ort zurückzuerinnern.
Ganz aufgefaltet werden diese drei Buchteile zu einer Karte, die – aneinander gelegt – den kompletten Grundriss wiedergeben.
Dem Buch liegen Unikat-Grafiken auf Transparentpapier bei, die – fragmentarisch, geschichtet – Erinnerungsobjekte zu einer Erinnerungscollage zusammenführen.
dt., eng., 3 Leporello-Bücher in einer Kassette, Grafiken auf Transparentpapier, Giclée Druck, Originalzeichnung, Collage, Leporello in Kassette, 88 S., 27 x 35 cm, Aufl. 8, num., sign., Leipzig, 2020, Edition Bildschriftlich Verfügbarkeitsanfrage zurückweiter