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Bowen, Sian: Collapsible Spaces: urushi, No.5
Zusammenklappbare Räume: Urushi schweben zeitlich zwischen dem Zusammen- und Auseinanderfalten, zwischen Zwei- und Dreidimensionalität. Da sie im handlichen Maßstab entstanden sind, laden sie zu einer intimen Verbindung mit dem Raum ein, die sich konzeptionell auch über die Form jedes einzelnen Werks hinaus ausdehnt. Viele enthalten Fragmente von Diagrammen, die ursprünglich auf den Seiten von Faltmodellen aus dem 18. Jahrhundert zur Konstruktion japanischer Chashitsu (Teehäuser/Räume) gezeichnet wurden. So laden sie zu einem Sprung von der winzigen Struktur der Werke selbst hin zu den physischen, architektonischen Räumen ein, die die Diagramme darstellen. Urushi (japanischer Lack) spielt sowohl in materieller als auch in konzeptioneller Hinsicht eine Schlüsselrolle bei diesen Werken. Verwandt mit dem Giftefeu, kann es nur unter bestimmten feuchten Bedingungen aushärten, und Urushi-Objekte wurden traditionell zur Beleuchtung dunkler Räume verwendet. Während meiner Arbeit in Kyoto unter der Anleitung der führenden zeitgenössischen Urushi-Künstlerin Natsuki Kurimoto experimentierte ich damit, wie dieses einzigartige Material auf eine Reihe von handgeschöpftem Papier aufgebracht werden könnte. In Kombination mit einer weiteren Technik, bei der reines Gold-, Silber- oder Palladiumpulver auf eine lackierte Oberfläche gestreut wird, vermitteln diese Arbeiten Bewegung nicht nur durch das Falten und Entfalten, sondern auch durch das Zusammenspiel mit Licht. Licht und Schatten beleben die reflektierende und durchscheinende Beschaffenheit der verwendeten Materialien. Die Arbeiten können als Buchobjekte betrachtet werden – aber gleichzeitig auch als gefaltete Zeichnungen.
Schwarzer und roher japanischer Lack, Kaki-Tannin, Silberpulver auf handgeschöpftem Kozo-Papier, 19 x 15 cm, Unikat, sign., Brighton, 2026
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