BLOW UP PRESS: Drachinskaya, Nata: Binom
Fast ihr ganzes Leben lang glaubte Nata Drachinskaya, ihren Vater zu kennen. Nach seinem Selbstmord im Jahr 2001 enthüllte eine Kiste mit Fotos, Dias, Familienalben, offiziellen Dokumenten und persönlichen Gegenständen ein Leben, von dem sie nichts gewusst hatte. Mehr als 25 Jahre lang arbeitete ihr Vater als Kryptograf und entwickelte Verschlüsselungsalgorithmen zur Sicherung der staatlichen Kommunikation. Seine Arbeit war so streng geheim, dass selbst seine Familie nichts von deren wahrem Wesen wusste. Als Drachinskaya begann, sein Fotoarchiv zu durchforsten, entwickelte sich das, was als Versuch begann, das Leben eines Mannes zu verstehen, allmählich zu einer Auseinandersetzung mit Familie, Erinnerung, Geheimhaltung und den unsichtbaren Kräften, die das alltägliche Leben prägen. „Binom“ ist als zwei miteinander verbundene Bände aufgebaut und spiegelt damit die Dualität wider, die im Kern des Projekts steht. Der eine Band rekonstruiert das Leben, wie es sich eine Tochter anhand intimer Familienfotos und alltäglicher Momente in Erinnerung behält. Der zweite Band zeichnet das verborgene Leben nach, das langsam aus dem Archiv zum Vorschein kommt – ein Leben, das auf Schweigen, Auslassungen und sorgfältig gehüteten Wahrheiten beruht. Zusammen laden uns die beiden Erzählungen dazu ein, über die Kluft zwischen dem, was wir wissen, und dem, was verborgen bleibt, nachzudenken, und zeigen, wie persönliche Geschichten offizielle Narrative und überlieferte Sichtweisen auf die Welt in Frage stellen können.
eng., frz., Offset, Karton mit montierten Fotografien, 192 S., 16,5 x 22 cm, Aufl. 1000, Warschau, 2026
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