Gunnesch, Stefan: Gertrude Stein – Tender Buttons - Room Gertrude Steins Text ist geprägt von Wiederholung, Rhythmus, Verschiebung und einem spielerischen Umgang mit Bedeutung – Eigenschaften, die Parallelen zur kubistischen Malerei aufweisen. Diese Prinzipien werden in der Buchgestaltung visuell übersetzt: Klang und Rhythmus werden zu typografischen Mustern, einzelne Wörter und Satzfragmente erscheinen als eigenständige Facetten und eröffnen mehrere Bedeutungen zugleich.
Es entsteht ein visuelles Gefüge zwischen Gegenständlichkeit und Auflösung, in dem unterschiedliche Perspektiven gleichzeitig erfahrbar werden. Textblöcke überlagern und verschieben sich, während zwei Farben die Perspektiven der Autorin und der Betrachter:in bzw. Übersetzer:in markieren. Beide Ebenen begegnen sich, ohne zu einer eindeutigen Interpretation zusammenzufallen.
Steins Text wird so in eine visuelle Struktur aus Rhythmus, Klang und räumlicher Anordnung überführt. Übersetzung und Rezeption werden als eigenständige Prozesse des Lesens, Verschiebens und Interpretierens verstanden. Das Künstlerbuch wird zu einem Raum zwischen Sprache und Bild, Lesen und Sehen, in dem unterschiedliche Ansichten gleichzeitig erfahrbar werden.
In der Mitte des Buches befindet sich eine Serie von sechs abstrakten Grafiken. Durch Überdruckungen und Acetontransferdruck werden die Seiten in jedem Exemplar zu Unikaten.
dt., engl., Acetontransferdruck, Handkoloration, Ausschneidungen, Festeinband mit Fadenheftung, 76 S., 18,5 x 29 cm, Aufl. 12, num., sign., Leipzig, 2026, Edition Bildschriftlich Verfügbarkeitsanfrage zurückweiter